Am Morgen habe ich die Hunde für einen kurzen Spaziergang im nahegelegenen Wald ausgeführt. Unser Haus liegt wirklich sehr gut, man kommt ganz leicht sowohl hinunter zum Meeresufer als auch in den Wald.

Nach dem Frühstück, das hier ziemlich spät ist, weil meine Freunde gern ausschlafen, fahren wir in die Stadt Tavira. Sie liegt an einem Flussufer, ein sehr hübscher kleiner Ort. Es ist wie in Italien oder Kroatien: Wenn es 3 Quadratmeter Straßenfront gibt, stellen sie schon zwei Tische mit vier Stühlen raus, und man kann Kaffee, ein Softdrink, ein Bier, Wein oder etwas zu essen bekommen. Und natürlich plaudern und den Leuten zusehen, die vorbeigehen.

Wir haben auch einen schönen langen Spaziergang gemacht, dann lag der Duft von indischem Essen in der Luft und, unserer Nase folgend, haben wir den Laden gefunden. Ich liebe ihr scharfes Essen! Zum Glück die anderen auch. Wir haben die Hunde unter den Tisch geschoben, damit sie den Kellnern nicht im Weg sind, und haben uns dem Genuss hingegeben: kaltes Bier in der Sonne. Das Essen war großartig und der Preis absolut angemessen.

Langsam sind wir zurück zum Auto gelaufen; unterwegs habe ich mir ein Paar Ohrringe gekauft, einen sehr schönen warmen Schal in einer wunderschönen Farbe und einen „Portugal“-Kühlschrankmagneten.

Am Nachmittag gab es ein paar Stunden „Freizeit“, und am Abend sind wir essen gegangen in ein Restaurant, in dem es dienstags ein Live-Fado-Konzert gibt.

„Fado („Schicksal, Bestimmung“) ist ein musikalisches Genre, dessen Ursprünge bis in die 1820er Jahre in Portugals Hauptstadt Lissabon zurückverfolgt werden können, das aber wahrscheinlich viel ältere Wurzeln hat.
Obwohl seine Ursprünge schwer nachzuverfolgen sind, wird Fado heute allgemein einfach als eine Liedform angesehen, die von allem handeln kann, aber einer bestimmten traditionellen Struktur folgen muss. Der Volksglaube besagt, dass Fado ein musikalisches Genre ist, das durch traurige Melodien und Texte gekennzeichnet ist, oft über das Meer oder das Leben der Armen, und in dem ein Gefühl von Resignation, Schicksal und Melancholie mitschwingt. Dies wird grob durch das portugiesische Wort saudade beschrieben, also Sehnsucht, das das Gefühl des Verlustes (einen endgültigen, unwiederbringlichen Verlust und den lebenslangen Schaden, der daraus entsteht) symbolisiert. Dies ähnelt dem Charakter mehrerer musikalischer Genres aus ehemaligen portugiesischen Kolonien, wie etwa der Morna von den Kapverden, die historisch mit frühen Formen des Fado verbunden sein könnte und ihr rhythmisches Erbe bewahrt hat. Diese Verbindung findet sich auch in der Musik des historischen portugiesischen städtischen und maritimen Proletariats (Seeleute, Bohemiens, Hafenarbeiter, Prostituierte, Kneipengänger, Hafen- händler, Fischhändler und andere Menschen der Arbeiterklasse) in der brasilianischen Modinha und der indonesischen Kroncong-Musik, obwohl sich diese musikalischen Genres später jeweils ihre eigenen unabhängigen Traditionen entwickelten.

Die Band bestand aus mehreren Sängerinnen, einem Sänger und zwei Gitarristen. Es war fantastisch! Sie waren unglaublich talentiert; wir haben es sehr genossen. Zum Abendessen gab es eine sehr leckere Cremesuppe, einen riesigen Fisch mit Gemüsebeilage, und zum Dessert konnte man wählen zwischen Bratäpfeln, Eis und frischen Erdbeeren. Das Restaurant war voll, zu 95% mit niederländischen Touristen. Gegen 23 Uhr war ich ziemlich müde von der Menge und dem Lärm (nicht vom Fado!), also haben wir das Kartenspielen ausgelassen. Das müssen wir auf jeden Fall nachholen!